あらすじ
In den kargen Weiten der Extremadura, wo rote Erde auf verwitterten Lehm trifft und ganze Dörfer dem langsamen Verstummen verfallen, hat die japanisch-spanische Autorin Aiko Nishimura sieben Erzählungen versammelt, die unter die Haut gehen und dort bleiben. "Wenn der Storch schweigt" ist kein Buch, das man einfach weglegt. Es erzählt von Frauen wie Remedios, die in verlassenen Dörfern Salzkristalle von Wänden schaben, weil das Mauerwerk nach dem Tod der Witwen zu blühen beginnt — und von Enkelin Lupe, die dafür eine rationale Erklärung sucht, während zwischen beiden ein Schweigen wächst, das größer ist als Worte. Es erzählt von dem, was bleibt, wenn Menschen gehen: Gerüche, Gesten, Gewohnheiten, die sich tiefer ins Fleisch eingraben als jede Erinnerung. Nishimuras Sprache ist präzise und sinnlich zugleich. Sie besitzt die Fähigkeit, das Alltägliche mit leiser Unheimlichkeit aufzuladen, ohne je ins Reißerische zu verfallen. Ihre Figuren tragen Geschichten in sich, die sie kaum aussprechen können — und genau in dieser Lücke zwischen Gesagtem und Verschwiegenem entfaltet sich die eigentliche Kraft dieser Erzählungen. Die Extremadura, eine der am dünnsten besiedelten Regionen Europas, wird hier zur literarischen Landschaft, in der Zeit anders läuft: langsamer, schwerer, mit dem Gewicht von Generationen. Leser, die Autoren wie Olga Tokarczuk oder Mercè Rodoreda schätzen, werden in diesem Debüt eine verwandte Stimme entdecken — eigenwillig, eindringlich, unvergesslich.